14.02.2012 @ 13.12Uhr
"In der Höhle des Löwen Kratzer bekommen, doch in unserem Revier wird Rache genommen!" lautete das Motto zu diesem ruhmreichen Duell zwischen Gut gegen Böse, Berliner Schnauze gegen sächsisches Kauderwelsch, Preußens Gloria gegen sächsisches Hinterweltlertum oder auch einfach nur der 1. FC Union Berlin gegen die SG Dynamo Dresden. Jedem Unioner der das Hinspiel live erleben musste, dürften noch die Bilder des Union Bären im Gedächtnis sein, wie er zitternd in der Höhle des Löwen stand und zu allem Übel nahmen unsere Spieler auf dem Rasen eine ähnliche Rolle ein. Doch dieses mal sollte sich das Blatt wenden. Das Wuhlesyndikat rief via Choreo zur Rache für die Schmach des Hinspiels auf und so zerriss der wiedererstarkte Berliner Bär die sächsischen Löwen spielend. Eine optisch sehr gelungene Aktion. Dass die Choreo ein voller Erfolg wurde lag auch an den Elf Spielern auf dem Feld, welche sich dem Motto annahmen und die SGD, rund um unseren ehemaligen Spieler Fiel, nach einer schwierigen Anfangsviertelstunde in Grund und Boden spielten.
Auf den Rängen lieferte das Duell jedoch nicht allzu viel Stoff zum Schreiben. Auf unserer Seite kann man von einem soliden Auftritt reden, jedoch hätte man bei diesem Gegner und vor allem bei diesem Spielstand deutlich mehr erwarten können und dürfen. Die Gäste brauchten auch erst 3 Gegentreffer, um mal ordentlich aus sich heraus zu kommen und nach dem 4. Gegentreffer war die Euphorie auch schon wieder gegessen. Insgesamt also einer der schlechteren Auftritte der SGD, welche man in den letzten Jahren zu sehen bekam. Noch erwähnenswert ist die Meldung, dass es im Vorfeld des Spieles ein Geschichtsbuch in den sächsischen Freistaat geschafft haben muss und so berichtete das letzte Zentralorgan von der Jahrhunderte andauernden Rivalität zwischen Sachsen und Preußen. Daraus resultierte dann eine Sachsenfahnen-Choreo im Gästeblock, welche zu mindestens bei 3/4 des Gästeblockes auch sehr geschlossen rüber kam. Wenn sich die Gäste so sehr für den Sachsen versus Preußen Konflikt interessieren, dann dürfte unser Preußenschwenker über 90 Minuten lang die sächsische Seele zum Kochen gebracht habe.
An dieser Stelle sei noch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme einiger "Unbekannter" erwähnenswert, welche die Absperrgitter der Polizei eine Nacht vorm Spiel im Wald bzw. in der Wuhle versteckten und somit den Polizeiazubis einen arbeitsreichen Samstagmorgen bescherten. Alle mit Schal nach Bochum via WET!
In diesem Sinne
06.02.2012 @ 13.12Uhr
Die Winterpause ist vorbei und nachdem vor zwei Wochen die erste Liga startete, hat der Fußball nun auch die zweite Liga endlich wieder. Neben Hallenturnieren, unglaublich hochklassigen Testspielen und Wintertrainigslager gab es bekannterweise auch den Fankongress als Fußballalternativprogramm, welcher sich unter anderem mit dem Thema "Anstoßzeiten" beschäftigte. Immer wieder wurde in diesem Rahmen vor allem die gerechte Verteilung von Spielterminen an Wochentagen von Verbands- und Senderseite aus betont. Auch wenn Zweitligatopteams wie Eintracht Frankfurt mit diesem Thema wahrscheinlich noch viel größere Probleme haben als wir, kann man vor dem Hintergrund, dass bei der letzten Terminierung fünf von sechs (5/6!!!) Union Spielen auf einen Freitag oder Montag fielen wohl kaum von Gerechtigkeit sprechen und wenn man daran denkt, dass dieser Bericht wieder einem Freitagsspiel gewidmet ist, hat man gleich noch viel mehr Lust sämtliche Verbandsfunktionäre und Sport1-Affen möglichst berufsunfähig zu verstümmeln.
Den Berliner Winterferien war es wohl zu verdanken, dass sich trotzdem rund 1000 Unioner in einem baumarktähnlichen Architekturwunder in Ostwestfalen trafen. Die Szene stellte dabei diverse Pkws und zwei Busse, von denen einer wohl Probleme mit seiner Scheibenflüssigkeit in Verbindung mit den momentan herrschenden arktischen Temperaturen hatte und somit ein paar ungeplante Extrastopps einlegen musste. Trotz Scheibenpannen erreichte man irgendwann dieses Nest im Schatten von Bielefeld und wurde vom PPD direkt ins Baumarktviertel geleitet. Eines dieser Handwerksparadiese entpuppte sich dann doch, wie jedes Jahr, als Stadion bzw. als Wandkonstrukt mit montierten Sitzen und war somit für uns der heutige Ort des Geschehens. Nach dem paderbornüblichen Zaunfahnenhickhack, an dessen Ende dann doch immer sämtliches Material das Stadioninnere erblickt, stand man dann auch direkt auf den Rängen und stimmte sich schon vor dem Spiel mit einigen Gesängen auf das heutige "Highlight" ein.
Sportlich fuhr man zwar wie gewohnt ohne Punkte nach Hause, jedoch hatte man ziemlich häufig den Eindruck wir könnten tatsächlich mal etwas Zählbares aus Paderborn mitnehmen. Vor allem nach Tusches Ausgleich zum 1:1 und Silvios Anschluss zum 2:3 mit erwähnenswerten schönen Torpogo. Hatten wohl bei der Kälte alle Bock n bisschen mehr auszurasten als sonst. Ärgerlich neben der Niederlage, war jedoch vor allem auch der Platzverweis von Tusche, welcher zwar unser Spiel im weiteren Verlauf nicht unbedingt schlechter machte, jedoch auf jeden Fall ein Fehlen des Kapitäns im Spiel gegen Dresden bedeutete. Fehlendes Quäntchen Glück und 2,3 sehr fragwürdige Unparteiischentscheidungen verhinderten am Ende den Punktgewinn. Ergo: Keine Punkte, jedoch ein erkennbarer Kampfeswille nach Rückständen und vor allem in Unterzahl. Kein Spiel, welches weiter wichtig sein wird, besonders wenn man sich unsere momentane Bedeutungslosigkeit in der Tabelle anschaut.
Auf den Rängen konnte man bei uns leider wie so häufig fehlende Konstanz beobachten. Mal erreichte man fast 100% des Blockes, während man in anderen Situationen seine 50-Mann-Party runterspulte. Paderborn ... Naja ... Paderborn war halt Paderborn, wobei man erwähnen muss, dass sie es gebacken bekommen Spruchbänder zu organisieren mit denen sie unter anderem darauf aufmerksam machen konnten, dass sie auch schon mal Stadionverbote hatten. Der Verein zeigte seine Individualität zum Ende noch mal durch einen "oh-wie-ist-das-schön"-Jingel, was für uns das Zeichen zum Aufbruch bedeutete. Die Rückfahrt ging ereignislos mit 1,2 Saftschorlen und Dussliggequatsche über die Bühne.
Nächste Woche kommen unsere sächsischen Freunde, wobei es anders als heute nicht nur um Punkte, sondern nach der 0:4-Pleite im Hinspiel auch ums Prestige geht. Kämpfen Männer!
27.01.2012 @ 13.12Uhr
Am 14. und 15. Januar war es so weit. In unserer geliebten Stadt wurde zum Fankongress 2012 geladen. Teilnehmer aus der ganzen Nation fanden den Weg nach Berlin ins altehrwürdige Kino Kosmos. Neben Fans aller Couleur fand auch der ein oder andere durchaus hochkarätige Verbandsvertreter den Weg zum Kongress, sowie weitere namenhafte Gäste. Leider verpasste es die Polizei hochrangige Vertreter zu entsenden bzw. wurden ihre Anmeldungen zum Teil sehr kurzfristig zurückgezogen. Kritik daran lies eben jene Institution natürlich nicht auf sich sitzen und durchsuchte nach Ende des ersten Veranstaltungstages die Kongressstätte. Das Medienecho dazu war deutlich und ein großer Triumph für uns Fans. Jedoch wussten auch über die inhaltlichen Berichte der Medien mehr als nur zu gefallen.
In mehreren Workshops gab es Vorträge und Diskussionsrunden zu den verschiedensten fanpolitischen Themen und so zeigte man dem geneigten Interessenten einmal mehr, dass Pyrotechnik nicht das Alleinige aber eben ein sehr bestimmendes Thema ist. Die aktuelle Pyrodiskussion ging natürlich auch am Kongress nicht vorbei und die Vertreter der Verbände zeigten sich einmal mehr nicht gesprächsbereit. Die Besucher konnten sich aber auch noch mit den Themen Tradition und Werte bzw. den Anstoßzeiten beschäftigen. Des Weiteren wurden auch selbstkritische Themen wie Chancen und Grenzen von Selbstregulierung angesprochen. Weitere kritische Themen waren zum einen die Rolle des Fußballs in der Zukunft, wie auch die Frage, ob es sich beim Stadion um einen rechtsfreien Raum handelt. Die Fülle und Breite der Themen sorgte dafür, dass sich jeder anwesende Fan irgendwie angesprochen fühlte. Die einzelnen Themen waren gut durchgeplant und Diskussionen wurden rege geführt. Negativ zu bewerten ist das Auftreten der Verbandsvertreter, so wurde deren Auftreten bei Diskussionen als sehr arrogant und zum Teil sogar populistisch empfunden, was einmal mehr die große Kluft zwischen den Fans und Verbänden aufzeigte. Obwohl man vonseiten der Verbände keine neuen konkreten Aussagen bekam, wer hat das auch ernsthaft erwartet, konnte man am Ende der zwei Tage darüber jedoch relativ leicht hinwegsehen. Wir Fans jedoch konnten einmal mehr unsere Gesprächsbereitschaft signalisieren und einmal mehr die Hand zur Zusammenarbeit ausstrecken. Der Ball liegt wieder mal bei den Verbänden, welche jetzt an der Reihe sind unsere Bemühungen anzuerkennen und auf uns zu zukommen. Für uns gilt es jetzt, wie schon nach der Fandemo, weiter am Ball zu bleiben und den Druck auf Verbände und Funktionäre weiter zu verstärken.
Auf dem Blog "
Zum Erhalt der Fankultur" findet ihr noch fortführend das offizielle Abschlussdokument von ProFans zum Fankongress.
02.01.2012 @ 13.12Uhr
Am 15. Januar jährt sich wiedereinmal der Regio Cup in der Sporthalle Charlottenburg mit Beteiligung unserer Zweeten. Dies war über Jahre hinweg ein Anlass für uns dieses Fußballturnier zu besuchen und stimmungsvoll unsere Mannschaft zu unterstützen. Leider werden seit 2 Jahren unsere Freunde mit Stadionverbot von dieser Veranstaltung ausgeschlossen. Dies ist für uns der Hauptgrund diese Veranstaltung abermals nicht zu besuchen. Spieltag für Spieltag müssen unsere Freunde vor den Toren der Stadien stehen und selbst zu unbedeutenden Testspielen, ist es immer ein Kampf den Jungs 90 Minuten Fußballatmosphäre zu geben, sofern man bei Testspielen davon überhaupt reden kann. Die Möglichkeit an diesem Tag zusammen mit unseren Freunden unser Team anzufeuern wird uns abermals genommen und daher werden wir den Tag im Kreise unserer Freunde verbringen, welche auch in Zukunft vor den Toren der Stadien stehen werden. Wir hoffen dass viele sich diesem Aufruf zu Herzen nehmen und ebenso handeln werden.
Diffidati - Im Herzen immer bei uns!
21.12.2011 @ 13.12Uhr
Im Vorfeld des Spiels hat diverse Male das Wort "Topspiel" die Runde gemacht und Union wurde in den Medien als "Team der Stunde" förmlich zerfleischt. Tatsächlich ging es heute für den Sechsten zum Dritten, von einem Topspiel war jedoch zu keinem Zeitpunkt etwas zu spüren. Grund war wahrscheinlich, dass es für ein Team, dass in diesem Jahr keinerlei Aufstiegsambitionen hat, zu einer Mannschaft ging, welche am Ende sowieso wieder nicht aufsteigt. Natürlich freut sich niemand, wenn er Hunderte Kilometer durch Deutschland fährt und dann zugucken muss, wie seine Mannschaft in einer selten da gewesenen Art und Weise auf dem Platz komplett zerstört wird. Jedoch muss man sagen, dass dieser Dämpfer gegen einen Gegner, welcher in der Tabelle besser aufgestellt ist, für Träumer und Journalisten wohl zu einem günstigen Zeitpunkt kam und zeigte, dass Union in dieser Saison einfach noch nicht dazu in der Lage ist, oben anzugreifen.
Ein anderer Grund, weswegen man nie das Gefühl hatte, ein Topspiel zu besuchen war einfach mal die Tatsache, dass der Gegner immer noch FÜRTH war. Der Erfahrung nach war dieser Besuch immer nervig. Ein komisches Stadion mit seltsamen Namensanwandlungen und eine Szene, die zwar optisch und melodisch nicht selten zu gefallen weiß, jedoch von kaum jemandem wirklich ernst genommen wird.
Hinzu kam, dass man sich wiedermal an einem Freitag auf den Weg machen durfte und ein gefühlter Tornado, der wohl das Potenzial gehabt haben soll, eine Spielabsage zu provozieren und wohl einige Grippen im Gästeblock auszulösen.
Nichtsdestotrotz zogen etwa 300 Unioner gegen den Wind, um ihre Mannschaft auch heute zu unterstützen. Die Szene wählte dabei relativ unterschiedliche Anreisemöglichkeiten, wobei ein vollgepackter Bus als Mutterschiff agieren sollte. Eine komplett geschlossene Anreise ist leider bei diesen Anstoßzeiten unmöglich. Der Support stellte sich, wie immer in Fürth, mehr als schwierig dar. In Hälfte eins versammelte man sich geschlossen weiter oben im Block hinter der Union-Berlin-Fahne, jedoch konnte man an diesem Tag, wie auch die Jahre zuvor, kaum den gesamten Block erreichen. Zur zweiten Hälfte gab es dann ohne Union-Berlin-Fahne den Höhepunkt des Sturms und in der Folge sogar ne relativ schicke Party, in der man sich auch noch das moralische 5:5 erspielte (inklusive 40 Meter Freistoß von Tusche, sowie Kontertor von Sergej Barbarez). Am Ende muss man sagen, dass man einfach mal das Beste aus der Situation gemacht hat. Die Szene Fürth konnte bzw. sollte man heute nicht bewerten, da der Wind einem dies unmöglich machte. Lediglich das "Einsingen" von circa 100 Leuten wirkte dezent lächerlich.
Ohne größere, nennenswerte Vorfälle erreichte man wieder die Hauptstadt.