21.12.2011 @ 13.12Uhr
Im Vorfeld des Spiels hat diverse Male das Wort "Topspiel" die Runde gemacht und Union wurde in den Medien als "Team der Stunde" förmlich zerfleischt. Tatsächlich ging es heute für den Sechsten zum Dritten, von einem Topspiel war jedoch zu keinem Zeitpunkt etwas zu spüren. Grund war wahrscheinlich, dass es für ein Team, dass in diesem Jahr keinerlei Aufstiegsambitionen hat, zu einer Mannschaft ging, welche am Ende sowieso wieder nicht aufsteigt. Natürlich freut sich niemand, wenn er Hunderte Kilometer durch Deutschland fährt und dann zugucken muss, wie seine Mannschaft in einer selten da gewesenen Art und Weise auf dem Platz komplett zerstört wird. Jedoch muss man sagen, dass dieser Dämpfer gegen einen Gegner, welcher in der Tabelle besser aufgestellt ist, für Träumer und Journalisten wohl zu einem günstigen Zeitpunkt kam und zeigte, dass Union in dieser Saison einfach noch nicht dazu in der Lage ist, oben anzugreifen.

Ein anderer Grund, weswegen man nie das Gefühl hatte, ein Topspiel zu besuchen war einfach mal die Tatsache, dass der Gegner immer noch FÜRTH war. Der Erfahrung nach war dieser Besuch immer nervig. Ein komisches Stadion mit seltsamen Namensanwandlungen und eine Szene, die zwar optisch und melodisch nicht selten zu gefallen weiß, jedoch von kaum jemandem wirklich ernst genommen wird.
Hinzu kam, dass man sich wiedermal an einem Freitag auf den Weg machen durfte und ein gefühlter Tornado, der wohl das Potenzial gehabt haben soll, eine Spielabsage zu provozieren und wohl einige Grippen im Gästeblock auszulösen.



Nichtsdestotrotz zogen etwa 300 Unioner gegen den Wind, um ihre Mannschaft auch heute zu unterstützen. Die Szene wählte dabei relativ unterschiedliche Anreisemöglichkeiten, wobei ein vollgepackter Bus als Mutterschiff agieren sollte. Eine komplett geschlossene Anreise ist leider bei diesen Anstoßzeiten unmöglich. Der Support stellte sich, wie immer in Fürth, mehr als schwierig dar. In Hälfte eins versammelte man sich geschlossen weiter oben im Block hinter der Union-Berlin-Fahne, jedoch konnte man an diesem Tag, wie auch die Jahre zuvor, kaum den gesamten Block erreichen. Zur zweiten Hälfte gab es dann ohne Union-Berlin-Fahne den Höhepunkt des Sturms und in der Folge sogar ne relativ schicke Party, in der man sich auch noch das moralische 5:5 erspielte (inklusive 40 Meter Freistoß von Tusche, sowie Kontertor von Sergej Barbarez). Am Ende muss man sagen, dass man einfach mal das Beste aus der Situation gemacht hat. Die Szene Fürth konnte bzw. sollte man heute nicht bewerten, da der Wind einem dies unmöglich machte. Lediglich das "Einsingen" von circa 100 Leuten wirkte dezent lächerlich.

Ohne größere, nennenswerte Vorfälle erreichte man wieder die Hauptstadt.
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